• Patrick

INNOVATION WIRD ÜBERSCHÄTZT (II)

Ein paar Gedankenspiele

  • Zehn Testvelos von verschiedenen Anbietern, alle unkenntlich gemacht, stehen zur Verfügung. Es wird niemanden gelingen, bei einer Testfahrt rein aus dem Fahrerlebnis den Hersteller des jeweiligen Velos zu nennen.

  • Scheibenbremsen gegen normale Bremsen. Du fährst nacheinander mit zwei identisch ausgestatteten Rennvelos einen Pass hinab. Das eine ist aber mit Scheibenbremsen ausgestattet, während das andere normale Felgenbremsen besitzt. Was glaubst du, welches System ist im Regen und bei trockener Strasse schneller? Laut eines GCN Tests https://www.youtube.com/watch?v=t0hKMgUEku4 ist bei trockenen Bedingungen die normale Felgenbremse schneller, während bei nassen Bedingungen die Scheibenbremse leichte Vorteile hat.

  • Stahl, Aluminium, Titanium oder Carbon? Wiederum stehen unkenntlich gemachte Testräder zur Verfügung, die alle 7kg schwer sind. Findet der Tester beim Fahren das Rahmenmaterial heraus? Ich würde mal behaupten, wenn überhaupt, dann kann man den Carbon Rahmen von den anderen unterscheiden. Dies aber vor allem wegen des Klangs. Das wäre wirklich mal einen Test wert.


Meine Hypothese ist, dass Innovationen im Velobereich auf die visuellen und kognitiven Bereiche im Hirn der potenziellen Kunden zielen. Es muss logisch klingen oder aussehen, um Sinn zu machen. Vor allem muss es einfach attraktiv aussehen und messbar sein. Unser Gefühl beim Velofahren kann zwar Unterschiede zwischen Velos feststellen, aber es kann diese nicht Marken oder Materialien zuordnen. Dazu sind sich alle Velos zu ähnlich und die technischen Innovationen zu unbedeutend.

Die Bremswirkung von Scheibenbremsen ist unbestritten viel effektiver als bei Felgenbremsen. Spannend dabei ist aber, dass sich dies kaum auf die Geschwindigkeit auswirkt. Hier stellt sich aber schon die Frage: Warum eigentlich nicht? Im Vergleich zum Auto, das mit stärkeren Bremsen auch den Bremspunkt vor der Kurve hinauszögern kann, machen wir dies mit dem Rennvelo (noch) nicht. Vielleicht sind die Scheibenbremsenvelos und die Fahrer einfach noch zu wenig auf die Scheibenbremsen ausgelegt.


Wenn wir nun alle elektronischen Hilfsmittel ausschalten und uns nur noch auf unser Gefühl beim Velofahren konzentrieren, dann sollte doch das direkt erlebte Fahrerlebnis in den Vordergrund rücken und nicht das mir von der Fahrradindustrie untergejubelte - oder? Probiert es aus!



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